Freitag, Januar 05, 2007

Sylvester in Stockholm

Es ist ja doch das ein oder andere mal passiert, dass man sagt "I was in Stockholm on Sylvester" Und dann wird man doch etwas schief und fragend angeschaut. "I mean on New Year's eve..." löst die Situation dann aber auch ganz schnell wieder auf und man wird gefragt, was man denn gemacht hat. "German Party" wäre die Kurzform einer Antwort, aber ich möchte dann hier doch gern etwas ausführlicher werden.

Nachdem wir unseren Aufenthaltsraum weihnachtlich-deutsch dekoriert hatten (50% auf sämtliche Weihnachtsdekoration), haben wir den Abend mit einem (vegetarischen) Abendessen begonnen. Pseudohühnchen mit Bohnen, Salat, Couscous. Klingt etwas seltsam, war geschmacklich aber ganz in Ordnung.

Bis hierhin war der Abend noch ganz gemütlich und überschaubar, aber: Eine kleine Gruppe von Deutschen - Freunde von einer Schwedin - sollten später noch ankommen, daher auch der Name und die Dekoration... Bevor noch irgendwer denkt, ich müsste als einziger Anwesender Deutscher übertriebenen Patriotismus zeigen :) Außerdem stießen dann noch ein Angolaner und noch Schweden hinzu, also war es zumindest noch halbwegs international. Trotzdem haben die Deutschen natürlich dankenswerterweise für ausreichend Alkohol gesorgt, so dass uns daran nicht mangelte.

Ein Blick aus dem Fenster bot einem dann ein eher ungewohntes Bild. Man konnte nämlich den ganzen Abend vereinzelt Feuerwerke begutachten. Anscheinend können es die Schweden gar nicht abwarten, ihre Raketen abzufeuern. So war dann um Punkt 12 Uhr kaum ein Unterschied zu bemerken. Dafür würde ich dann aber wieder behaupten, dass wir mit den besten Ausblick über Stockholm hatten. Ich habe mein bestes versucht, das auch digital festzuhalten, es war aber nicht ganz so einfach, da ich keine flache Unterlage hatte. Aber ich denke mal besser als nichts :)



Einige sind dann später noch ins Nachbarhaus gezogen, wo wohl auch Party war. Aber irgendwann kamen auch alle wieder, die hier schlafen wollten und wenn ich mich recht erinnere, war es irgendwas um halb 5 rum bis auch die letzten inkl. mir sich schlafen gelegt haben. Sei es bei Kristina im Zimmer, im Aufenthaltsraum, oder einfach auf dem Flur. Ich hatte glücklicherweise hier meine Ruhe und konnte ungestört ausschlafen.

Morgen abend gehts dann mit Joachim auf große Rundreise. Rückkehr planmäßig am 17.1. aber wer weiß, was alles passieren kann. Ich bin gespannt und lass mich überraschen.

In diesem Sinne: Allen Lesern ein frohes, gesegnetes und gesundes neues Jahr 2007!

Sonntag, Dezember 31, 2006

Weihnachten mal anders

Wie schon angekündigt, wurde ich ja zu Weihnachten von Kristina, einer Schwedin aus meinem Korridor, eingeladen und es war wirklich ein besonderes Fest, das mir sicher für lange Zeit positiv in Erinnerung bleiben wird.

Ihre Eltern sind sehr nette Leute und haben mich mit Gastfreundlichkeit gradezu überhäuft, wie ich es absolut nicht erwartet hätte. Ihre Mutter - in England aufgewachsen mit polnischen Eltern - spricht grundsätzlich nur Englisch in der Familie, obwohl jeder mit ihr Schwedisch redet. Dennoch haben sich alle bemüht, auch untereinander nur Englisch zu reden. Auch wenn ich schon einiges gelernt habe, ist es immernoch schwer Alltagsgesprächen zu folgen.

Vor dem Essen wurde ich mit einer polnischen Tradition bekannt gemacht: Jeder bekommt ein Stück "gesegnetes Brot" (wie man es aus der Kirche kennt - oder auch nicht) in die Hand und bricht von jedem anderen ein Stück ab, wünscht demjenigen "God Jul" und isst es dann. Anschließend gab es also das Abendessen - zu viele verschiedene Sachen um sie alle einzeln aufzuzählen. Jedenfalls eine gute Mischung aus polnischen und schwedischen Köstlichkeiten.

Danach haben wir fleißig abgespült, und dann gabs die Bescherung. Dazu wurden zuvor die Geschenke nach Person geordnet und der Vater verteilte diese dann einzeln, während die anderen neugierig beim auspacken zuschauen durften, bevor dann das nächste Geschenk verteilt wurde.
Anscheinend hat jemand gepetzt, dass nicht so besonders gern koche. Daher war eins meiner Geschenke ein Kochbuch für Studenten und dazu verschiedene Gewürze, Balsamico, Olivenöl, etc. Von Kristina gabs für ein kleines Buch mit wissenswertem über Schweden und dazu als Erinnerung für meinen Aufenthalt ein Fotoalbum für meine Fotos. Erstaunlich passende Geschenke für jemanden, der mich erst so kurze Zeit kennt, wie ich finde. Aber ich habs anscheinend auch geschafft, sie von extra eingeflogenen aachener Printen abhängig zu machen, also muss ich mich mit meinem Geschenken nicht allzu sehr verstecken.

Alles in allem waren das ein paar sehr schöne Tage und habe mich doch zwischendurch gefragt, womit ich soviel Gastfreundlichkeit überhaupt verdient habe oder ob ich dankbar genug dafür sein kann. Jedenfalls darf ich jederzeit wiederkommen und sei es nur zum Klavier spielen, wenn mir wieder danach ist.