Samstag, August 26, 2006

Andere Länder - andere Sitten

Am Donnerstag fand das "Väkomstgasquen" für die neu immatrikulierten Physiker statt. Eine Art Willkommensparty auf der hauptächlich gesungen wurde, und das auf die verschiedensten Arten. Angefangen von allgemein bekannten schwedischen Trinkliedern über freiwillige Auftritte (unter anderem auch von uns Internationalen) bis hin zu von den Sonnenbrillenträgern "erzwungene", d.h. es wurden von ihnen Namen genannt, die dann etwas aufzuführen hatten. Überall wurde natürlich immer auch noch eine Zugabe erwartet.

Wir mussten/durften ein Lied über kleine Frösche, die weder Ohren noch Schwänze haben, singen. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, ich sicher nicht...
Als Zugabe wurde dann noch ein zünftiges "Prosit der Gemütlichkeit" hinterher geschmettert. Natürlich haben die Schweden das nicht verstanden, aber wir verstanden die meiste Zeit ja auch nur Bahnhof :)

Für die dafür Investierten 130 SEK (14 EUR) gab es nicht nur ein solch ungewöhnliches Unterhaltungsprogramm, sondern neben zwei kleinen Flaschen Bier auch noch ein drei Gänge Menü, welches durchaus sehr schmackhaft war. Auch wenn es nur auf Papptellern serviert und mit Plastikbesteck gegessen wurde.
Vermutlich überflüssig zu erwähnen, dass die drei Erlauchten vernünftiges Geschirr zur Verfügung hatten und sogar ihre eigene vornehm gekleidete Bedienung.

Irgendwann war dann plötzlich der offizielle Teil vorbei, die "Drei" marschierten geordnet aus dem Saal. Danach wurden sämtliche Nuller zum aufstehen aufgefordert und komplett aus dem Gebäude geschickt. Der Rest wurde dann gebeten den Saal zwecks Reinigung und Aufräumen zu verlassen, denn er sollte als eine Art Tanzraum hergerichtet werden, wo dann später auch entsprechende "Tanzmusik" gespielt wurde zu der dann die Nuller auch wieder da waren.



Zum Schluss bleibt festzuhalten: Andere Länder - andere Sitten. Es wird weniger Alkohol konsumiert als auf Deutschen Parties und dafür um so mehr gesungen. Meiner Ansicht nach könnten wir uns hier wieder mal von den Schweden eine Scheibe abschneiden.

Dienstag, August 22, 2006

Die ersten Deutschen

Gestern fand im Rahmen der Einführungsveranstaltung der hiesigen Erstis (treffend Nuller genannt) ein gemeinsames Mittagessen statt, wo auch wir Internationalen zu eingeladen wurden. Dort traf ich dann auch direkt auf die ersten Deutschen, aus Mainz und Kiel.

Das ganze fand bei (noch) trockenem Wetter auf einem Hof vor einem Chemiegebäude statt und wurde von einer Art Unterhaltungsprgoramm untermalt. Abgesehen davon, dass es hier üblich ist, dass die Nuller in den ersten Wochen hinter ihren in Overalls gekleideten Mentoren (jeder Fachbereich in seiner eigenen Farbe) herlaufen und sich von denen alles zeigen lassen, fuhr bei dem Mittagessen auf einmal eine schwarze Limousine vor aus der 3 schick gekleidete Personen ausstiegen.
Einer von denen ist dann irgendwann auf einen Balkon gegangen und hat zu den Anwesenden mit toternster Mine geredet. Ich habe zwar so gut wie nichts verstanden, aber es schien mir als hätte er die Anwesenden Nuller zurechtgewiesen und ermahnt zu bedenken, dass sie ja noch Nuller sind.

Kurz zuvor fuhr im Rücken des Auditoriums ein mit als Soldaten verkleideten Studenten besetzter Militärjeep vorbei - wer weiß wohin und wer weiß warum?! Jedenfalls wird hier eine ganze Menge für die neuen Studenten geboten.

Einer der Mainzer wohnt übrigens im Haus nebenan und mit dem habe ich dann auch abends "Gröne Jägaren" besucht. Eine Art Casino, Kneipe, wie auch immer. Er hatte gehört, dass es dort das "Starköl" zu relativ Moderaten Preisen zu haben ist - wie wir dann erfuhren allerdings nur bis 21 Uhr. So haben wir für 0,4l 33 SEK bezahlt, etwa 3,60 EUR. Aber man gönnt sich ja sonst nichts... Die Atmosphäre war aber super, rauchfreie Luft, gediegene Bluesmusik im Hintergrund und nicht besonders voll.

Ich sollte noch erwähnen, dass sämtliche hochprozentigen Getränke hier nur in speziellen Geschäften zu kaufen sind, oder in Kneipen oder Bars. Hochprozentig heißt hier aber leider schon alles ab etwa 3,5%.

Auslfug ins Archipel

Am Freitag, 18.08. ging es dann auch schon direkt auf den ersten Ausflug, zu dem ich spontan von einer Spanierin eingeladen wurde. Mit dem Bus fuhren wir zunächst von der Universität (nicht zu verwechseln mit der KTH) nach Vaxholm. Von dort mit einem Boot in einer etwa 5 Stündigen Fahrt nach Finhamn, zurück nach Vaxholm und wieder nach Stockholm. Da ich keine vernünftige Karte finden konnte, habe ich einfach mal meine abfotografiert. Unsere Route entspricht der Blauen Linie.

Zwischendurch kam ich mir vor, als würde ich auf auf irgendeiner oberbergischen Talsperre schippern, aber irgendwie schien es, als hätte die gar kein Ende. Hinter jedem Stückchen Land wieder Wasser und umgekehrt.

Jedenfalls war es ziemlich beeindruckend - nicht nur wegen des Sonnenuntergangs. Und wir hatten auch Glück mit dem Wetter, die beiden folgenden Tage hat es wie aus Eimern geschüttet.



In Stockholm angekommen besuchten wir noch zwei Open Air Konzerte - veranstaltet im Rahmen des Stockholmer Kulturfestivals. Das erste war so eine Art Blues Band, dort blieben wir allerdings nicht lange, weil sich die drei Spanier mit noch mehr Spaniern verabredet hatten und die auf dem anderen Konzert einer Spanischen Band waren. Die Musik kam mir allerdings auch etwas spanisch vor, um nicht zu sagen undefinierbar aber dennoch irgendwie interessant. Und den Spaniern hat es natürlich auch gefallen :)

Sonntag, August 20, 2006

Abreise

17.8.2006

Irgendwie habe ichs dann doch noch geschafft meine festgelegte Grenze von 24 Uhr Schlafenszeit einzuhalten und war dann morgens um viertel nach 6 doch wieder relativ fit. Lag wahrscheinlich an der Aufregung :)

Dank des so gut wie nicht vorhandenen Berufsverkehrs bin ich dann auch noch ca. 2,5h vor Abflug am Flughafen Düsseldorf angekommen. Dort wurde ich dann auch direkt von einer freundlichen Lufthansa Mitarbeiterin angesprochen, wo ich den hinreisen wolle, und ob ich nicht mit einer Kreditkarte einchecken wolle. Gesagt getan, Gepäck abgegeben, flott durch die Sicherheitskontrollen und ja... 2 Stunden warten.


Achso, der Flieger kam aus Manchester und kam verspätet in Düsseldorf an. Nochmal ne gute halbe Stunde länger warten.

Irgendwann gings dann auch wirklich los, der Flug war zwar etwas unruhig, aber immerhin hab ich 2 belegte Brötchen bekommen. Das habe ich dann mal als Entschädigung gelten lassen :)

Am Flughafen hat mich dann auch Marilyn, meine schwedische Mentorin, erwartet um mich beim Wohnung bekommen und finden zu unterstützen. Dass wir aber beim Accomodation Service vergessen haben den Schlüssel mitzunehmen, ist uns auch erst vor der Wohnung aufgefallen...

Also wir wieder zurück per pedes und Ubahn, Schlüssel geholt und letztendlich hat doch noch alles geklappt. Und so eine Aussicht für die nächsten 6 Monate hat auch schon was.

Der letzte Abend

16.8.2006

Eher aus einer spontanen Idee heraus - man sollte sich doch nochmal treffen, bevor ich denn nun endgültig weg bin - haben wir uns dann abends im Grammo getroffen.

Bei einigen Bierchen und in gemütlicher Runde durften wir dann noch Benedikts neue Freundin kennenlernen (wer sie denn nicht noch von früher kannte). Und immerhin, es gibt doch noch ein Bild, wo er mal vernünftig drauf aussieht...



Besonders hat mich aber gefreut, dass nochmal jemand extra aus Bonn für mich "angereist" is, und hier Tapfer der Rauchenfront entgegengetreten ist.



Und nicht zu vergessen, meine Schwester hat mir auch noch auf kurz auf zwei Gläser Weinschorle vorbei, bevor sie dann wieder nach hause zu ihrer Tochter musste.