Samstag, September 16, 2006

Musikmuseet und Stadtbummel

Endlich geschafft. Nachdem ich zum vierten Mal in der deutschen Botschaft war kann ich seit gestern meinen vorläufigen Reisepass in den Händen halten. Besser spät als nie.

Und da ich gestern keine Vorlesung hatte, habe ich mich mit Joachim getroffen um das hiesiege Musikmuseum zu besichtigen. Leider war es dort "aus Sicherheitsgründen" verboten zu fotographieren, deswegen gibt auch nur wenige (*hust*) Fotos. Immerhin ist der Eintritt kostenlos.

Einige Instrumente dort dürfen dort von den Besuchern ausprobiert und gespielt werden und das haben wir uns natürlich auch nicht nehmen lassen. Elektronisches Schlagzeug, Keyboard, E-Gitarre, aber auch ältere Instrumente wie Harfe, eine Art Orgel, usw. Darüberhinaus werden auch Instrumente länderspezifisch anhand von Hörbeispielen vorgestellt. Mir persönlich hat am besten die schwedische Nyckelharpa (Schlüsselgeige) und die sehr melodischen Stahltrommeln aus Trinidad und Tobago gefallen.

Anschließend haben wir noch einen kleinen Stadtrundgang gemacht. Am Reichstag vorbei, am Schloß, quer durch die kleinen Gassen der Altstadt und dort noch die Restsonne genießend einen Kaffee getrunken bevor wir uns wieder auf den Weg zurück nach Lappis (der Berg, an dem die ganzen Studentenwohnhäuser stehen) machten.

Mittwoch, September 13, 2006

Vorbereitungen für Russland und 4D1222 Teil 1

Nachdem ihr euch (und ich mich) etwa eine Woche von meinem letzten sehr ausführlichen Eintrag habt erholen können, ist es nun wieder Zeit ein wenig Neues zu berichten.

Wie aus der Überschrift schon ersichtlich laufen Vorbereitungen für die ersten größeren Ausflüge. Fest angemeldet bin ich inzwischen für einen Trip nach Tallinn Ende Oktober und geplant ist weiterhin ein einwöchiger "Road Trip" nach Sankt Petersburg. Dumm nur, dass man dafür als Deutscher einen Reisepass benötigt. Der ist nicht nur richtig teuer, vor allem wenn man in Deutschland gemeldet ist, nein, man benötigt ja auch noch Passfotos. Also höchste Zeit mal wieder zum Friseur zu gehen. Also habe ich mal die freundliche Mitarbeiterin gefragt, wo man sowas denn hier günstig machen könne. Joa... Grundsätzlich sei unter 200 SEK nichts zu machen.

Wie dem auch sei, auf dem Rückweg ist mir ein Laden aufgefallen, der schwer nach einem Frisiersalon aussah und irgendwas mit "Elevpriser" und 95,- da stand. Ich also am nächsten Tag dort vorbei und habe direkt gefragt, was es mich denn koste, wenn ich hier meine Haare schneiden ließe. Und siehe da, die 95,- waren keine optische Täuschung. Aber es kam auch direkt die Frage hinterher, ob es in Ordnung wäre, wenn mich eine Auszubildende frisiere. - Natürlich nicht. Deswegen war das also so günstig.

Naja, viel falsch kann man ja bei meiner Frisur sowieso nicht mehr machen :) Die ganze Aktion hat dann zwar fast eine Dreiviertelstunde gedauert, aber es war recht amüsant. Als sie dann fertig war und ihren Lehrer holte, sagte der nur: "Mycket, mycket bra, Lotta. Mycket bra." Zugegeben, ein kleiner Stein ist mir schon vom Herzen gefallen. Dennoch habe ich wohl meinen Stammfriseur für die kommenden jetzt ja nur noch 5 Monate gefunden zu haben.

Und nun etwas um nicht vollständig den Eindruck zu hinterlassen, ich würde ja sowieso nicht studieren hier:
Unter dem Kürzel 4D1222 verbirgt sich nichts anderes als einer der Kurse, die ich hier belege. "Swedish Society, Culture and Industry in a Historical Perspective" war dann als Titel doch etwas zu lang. Das ist ein Kurs, der vor allem für die ausländischen Studenten angeboten wird um ihnen - wie der Name schon sagt - die Schwedische Kultur und Geschichte näher zu bringen. Begonnen hat der Kurs letzte Woche mit einer kurzen Einführung und einem von einem Archtitekten geleiteten Rundgang über den Campus der KTH. Fotos habe ich bisher von der KTH noch keine gemacht, aber das wird irgendwann noch nachgeholt.

Im Rahmen dieser Veranstaltungen werden in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder Seminare und Exkursionen zu besonderen Plätzen, Museen, usw. durchgeführt, von denen ich dann auch berichten möchte. So fand dann am Dienstag die erste Exkursion nach "Skansen" statt.

Skansen ist das weltweit erste Freilichtmuseum, nachdem diese Art Mesum benannt wurde (siehe auch Skansen bei Wikipedia ). Es befindet sich mitten in Stockholm auf der Insel Djurgården. Neben den für Schweden typischen Tierarten (die wir dort aber nicht gesehen haben) wird dort die Lebensweise der unterschiedlichen Gegenden Schwedens durch die kompletten letzten Jahrhunderte gezeigt und teilweise auch vorgelebt. Angefangen von armen Bauern des Mittealters über das aristokratische Leben des 17. Jahrhunderts bis hin zu nachgebildeten Gebäuden und Geschäften um die Zeit des ersten Weltkrieges. Leider war die Zeit viel zu kurz um alles sehen zu können, aber ich werde dem Museum sicher nochmal einen Besuch abstatten. Besonders sehenswert sei es, wenn man morgens zur Winterzeit kommt, da dort die Rentiere besonders aktiv seien und nicht so träge wie zur Zeit. Ich verzichte hier auf weitere Ausführungen und zeige statt dessen einfach ein Paar Fotos vom Museum und von der Aussicht auf die Stadt.