Nachdem ihr euch (und ich mich) etwa eine Woche von meinem letzten sehr ausführlichen Eintrag habt erholen können, ist es nun wieder Zeit ein wenig Neues zu berichten.
Wie aus der Überschrift schon ersichtlich laufen Vorbereitungen für die ersten größeren Ausflüge. Fest angemeldet bin ich inzwischen für einen Trip nach Tallinn Ende Oktober und geplant ist weiterhin ein einwöchiger "Road Trip" nach Sankt Petersburg. Dumm nur, dass man dafür als Deutscher einen Reisepass benötigt. Der ist nicht nur richtig teuer, vor allem wenn man in Deutschland gemeldet ist, nein, man benötigt ja auch noch Passfotos. Also höchste Zeit mal wieder zum Friseur zu gehen. Also habe ich mal die freundliche Mitarbeiterin gefragt, wo man sowas denn hier günstig machen könne. Joa... Grundsätzlich sei unter 200 SEK nichts zu machen.

Wie dem auch sei, auf dem Rückweg ist mir ein Laden aufgefallen, der schwer nach einem Frisiersalon aussah und irgendwas mit "Elevpriser" und 95,- da stand. Ich also am nächsten Tag dort vorbei und habe direkt gefragt, was es mich denn koste, wenn ich hier meine Haare schneiden ließe. Und siehe da, die 95,- waren keine optische Täuschung. Aber es kam auch direkt die Frage hinterher, ob es in Ordnung wäre, wenn mich eine Auszubildende frisiere. - Natürlich nicht. Deswegen war das also so günstig.
Naja, viel falsch kann man ja bei meiner Frisur sowieso nicht mehr machen :) Die ganze Aktion hat dann zwar fast eine Dreiviertelstunde gedauert, aber es war recht amüsant. Als sie dann fertig war und ihren Lehrer holte, sagte der nur: "Mycket, mycket bra, Lotta. Mycket bra." Zugegeben, ein kleiner Stein ist mir schon vom Herzen gefallen. Dennoch habe ich wohl meinen Stammfriseur für die kommenden jetzt ja nur noch 5 Monate gefunden zu haben.
Und nun etwas um nicht vollständig den Eindruck zu hinterlassen, ich würde ja sowieso nicht studieren hier:
Unter dem Kürzel 4D1222 verbirgt sich nichts anderes als einer der Kurse, die ich hier belege. "Swedish Society, Culture and Industry in a Historical Perspective" war dann als Titel doch etwas zu lang. Das ist ein Kurs, der vor allem für die ausländischen Studenten angeboten wird um ihnen - wie der Name schon sagt - die Schwedische Kultur und Geschichte näher zu bringen. Begonnen hat der Kurs letzte Woche mit einer kurzen Einführung und einem von einem Archtitekten geleiteten Rundgang über den Campus der KTH. Fotos habe ich bisher von der KTH noch keine gemacht, aber das wird irgendwann noch nachgeholt.
Im Rahmen dieser Veranstaltungen werden in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder Seminare und Exkursionen zu besonderen Plätzen, Museen, usw. durchgeführt, von denen ich dann auch berichten möchte. So fand dann am Dienstag die erste Exkursion nach "Skansen" statt.

Skansen ist das weltweit erste Freilichtmuseum, nachdem diese Art Mesum benannt wurde (siehe auch
Skansen bei Wikipedia ). Es befindet sich mitten in Stockholm auf der Insel Djurgården. Neben den für Schweden typischen Tierarten (die wir dort aber nicht gesehen haben) wird dort die Lebensweise der unterschiedlichen Gegenden Schwedens durch die kompletten letzten Jahrhunderte gezeigt und teilweise auch vorgelebt. Angefangen von armen

Bauern des Mittealters über das aristokratische Leben des 17. Jahrhunderts bis hin zu nachgebildeten Gebäuden und Geschäften um die Zeit des ersten Weltkrieges. Leider war die Zeit viel zu kurz um alles sehen zu können, aber ich werde dem Museum sicher nochmal einen Besuch abstatten. Besonders sehenswert sei es, wenn man morgens zur Winterzeit kommt, da dort die Rentiere besonders aktiv seien und nicht so träge wie zur Zeit. Ich verzichte hier auf weitere Ausführungen und zeige statt dessen einfach ein Paar Fotos vom Museum und von der Aussicht auf die Stadt.